Hier findet ihr eine Auswahl mit Buchempfehlungen. Wir lesen am liebsten Bücher über die Geschichte der Reggaemusik im Allgemeinen und Bob Marley im Speziellen. Außerdem interessieren wir uns für die politischen Entwicklungen in der Karibik und Südamerika und ganz besonders für den Afrikanischen Kontinent. Dabei favorisieren wir Erlebnisberichte oder Dokumentationen.

Natürlich gibt es über Bob Marley auch ausreichend Literatur. Das „Catch A Fire" von Timothy White zählt für mich zu den bedeutendsten und besten Biographien von Robert Nesta Marley. Kaum hat man die ersten paar Seiten gelesen hat man das Buch auch schnell verschlungen. Das Buch ist sehr gut gemacht. Bob's Kindheit z.B. wird hier so gut dargestellt, dass man die Bilder deutlich im geistigen Auge sieht und der Leser könnte meinen er befinde sich im Jahre 1955 wo Bob Zehn Jahre alt ist. Bei seiner mystischen Kindheit angefangen bis zu der Geschichte seiner Krankheit, die mit seinem Tod endet, begleiten wir Bob Marley durch all seine Stationen seines kurzen Leben.

In diesem Buch lernen wir Bob Marley den Menschen kennen. All seine Befürchtungen, Ängste, Hoffnungen, Ideen, Vorstellungen, Träume und sowohl seine positiven als auch seine negativen Seiten werden hier deutlich erörtert. Und der ein oder andere wird sich über vieles - sehr vieles wundern und vielleicht auch geschockt sein. Dennoch ist es kein sensationsgieriges Buch wie z.B. das Buch seines Ex-Managers Don Taylor (mit dem Titel „Marley&Me").

Weiter erzählt uns Timothy White Aufschluss reiches über Haile Selassie und dem Rastafari Glauben (dafür gibt es sogar ein eigenes Kapitel). Der Leser erfährt ebenfalls wissenswertes über Bobs Ex-Bandmitglieder Peter Tosh und Bunny Wailer und über den Beginn der Karriere der Melody Makers (bestehend aus Ziggy, Stephen, Cedella und Sharon). Eine Gruppe bestehend aus vier Kindern von Bob Marley, die er zusammen mit seiner Ehefrau Rita hatte.

Jedem Marley Fan, ganz besonders Einsteigern, empfehle ich dieses Buch.

   

Ein ganz eigener Musikkosmos tut sich für den Leser auf: die Welt der Soundsystems; Musik als Spiegel der Gesellschaft und Objekt der Identifikation. Reggae ist eben nicht die "Gute-Laune-Urlaubsmusik", sondern der kreative Output einer Karibikinsel, stets im Spannungsfeld von Armut, Mystizismus, Gewalt und Überlebenswillen. 485 picke-packe-volle Seiten mit Hintergründen, Interviews mit den Musikern und mit der Sicht eines wahren Musikverliebten auf eine aufregende Musikrichtung. Detailverliebt und nirgendwo romantisch-verklärend.

Ein Standardwerk.

   

Poet und Lehrer Kwame Dawes analysiert im Details die Text von Bob Marleys Songs und welche Bedeutung diese im sozialen und politischen Klima der damaligen Zeit hatte und heute noch in der Gesellschaft der Schwarzen in der Welt haben. Manchmal etwas schwierig zu lesen (da nur in englisch erschienen), aber auf jeden Fall empfehlenswert.

   

Beinahe wie in der McCarthy-Ära laufen in den USA unbequeme Zeitgenossen neuerdings Gefahr, wegen unamerikanischer Umtriebe der Ächtung anheim zu fallen. "Wer nicht für uns ist, ist gegen uns" -- diese Losung gilt nicht nur Ausländern zur Warnung. Doch der solidarische Burgfrieden täuscht. Kaum erklärlich sonst, warum ausgerechnet Stupid White Men ... and Other Sorry Excuses for the State of the Nation!, diese gnadenlose und geradezu subversive Abrechnung mit dem Amerika unter George W. Bush, ganz oben auf sämtlichen US-Bestsellerlisten steht.

Die Lektüre dieser hoch intelligenten und gallebitteren Satire aus der Feder des Regisseurs und Fernsehmoderators Michael Moore macht klar, wie sehr "Nine Eleven" -- da war das Manuskript schon fertig -- inzwischen den Blick auf die Verhältnisse in den USA verstellt hat. So ist etwa die fragwürdige Machtergreifung des bei den Präsidentenwahlen stimmenzahlmäßig unterlegenen Kandidaten der Republikaner kaum mehr Thema. Sehr wohl bei Michael Moore, der Bush Junior mit betont unfairen Schlägen unter die Gürtellinie als trotteligen Unsympathen und Ignoranten vorführt, der sich bereitwillig zum Hanswurst einer reanimierten Altfalken-Riege aus Ronald Reagans und Daddy Bushs Zeiten macht.

Wer sind diese feinen, patriotischen Säulen der Bush-Junta? Mit dieser Frage leitet der Autor sein Who's who der US-Regierung ein und fährt fort: "Sie repräsentieren die bescheidenen und selbstlosen Funktionäre der amerikanischen Wirtschaft. Ich habe sie aufgeführt, damit die Truppen der UNO und NATO sie leichter zusammentreiben können, wenn sie endlich kommen, um Ordnung und Demokratie wieder herzustellen."

Moore nimmt nicht nur die politischen Missstände im Land mit ätzendem Sarkasmus aufs Korn, sondern auch Rassismus, Wirtschaftskollaps, Umweltkrise, Arbeitslosigkeit, das marode Gesundheitssystem, den bedrohten Weltfrieden und so fort. Dabei zieht er derart lustvoll über dümmlich-naive Landsleute her und den American Way of Life durch den Kakao, dass es -- wenn auch nicht für jeden -- eine wahre Freude ist. Antiamerikanismus Made in USA, ein ungewöhnlicher Brüller!

   

Die Biographie von Che Guevara von J. Castaneda lohnt sich auf jeden Fall zu lesen. Es handelt sich um ein sehr gut recherchiertes Buch, das durch eine detaillierte Darstellung des Lebensweg und zahlreiche Quellenangaben (ca. 100 Seiten!) am Ende des Buches besticht. Einige Stellen des Buches muten allerdings etwas wissenschaftlich an, was an der Tatsache liegen mag, dass der Autor als Professor tätig ist.
Das Buch ist meiner Meinung nach deshalb besonders für Leser geeignet, denen eine oberflächliche Abhandlung der Stationen Ches nicht genügt, sondern die an Erklärungsmodellen für seine Motivation interessiert sind und den geschichtlichen Kontext dabei nicht aus den Augen verlieren möchten. Hierbei berücksichtigt der Autor nicht nur die politischen, sondern auch die persönlichen Umstände in Ches Leben. Letztlich hat mich an dem Buch die Objektivität Castanedas gegenüber Ches fasziniert, dadurch hat der Leser die Möglichkeit, sich aufgrund von Tatsachen sein eigenes Bild über Che Guevara zu machen.

   
Llosas Bestseller ist Thriller und dokumentarische Analyse eines diktatorischen Systems, die sicher auch auf nahezu alle Diktatoren passt, die in Rumänien und Jugoslawien, in Deutschland und in der Sowjetunion, im riesengroßen China wie im fast vergessenen Uganda und wer weiß noch wo überall Menschen gequält und Widerstand hervorgerufen haben. Eine Parabel für alle, die etwas von der Widerwärtigkeit des Speichelleckens und vom Mut des dagegen Ankämpfens lesen wollen.
   
Erschreckend wahrhaftig ... Scholl-Latours Analysen sind schwer zu widerlegen. Hinzu kommt ein geradezu enzyklopädisches Wissen über die Entwicklung des Schwarzen Kontinents!" Frankfurter Allgemeine Zeitung Schonungslose Dokumentation und engagiertes Plädoyer zugleich. Völkermord in Ruanda, Hungersnot in Äthiopien, Diamantenkrieg in Sierra Leone - ganz Schwarz-Afrika droht in den Sog von Gewalt und Chaos gezogen zu werden. Peter Scholl-Latour, Vollblutjournalist und Reporterlegende, untersucht die Ursachen, beleuchtet die sozialen und kulturellen Hintergründe und benennt die Verantwortlichen. In "Afrikanische Totenklage" dokumentiert der Bestsellerautor schonungslos die harten Fakten auf dem "vergessenen Kontinent". Zugleich ist es ein engagiertes Plädoyer gegen die Gleichgültigkeit in der übrigen Welt.

Peter Scholl-Latour wurde 1924 in Bochum geboren. Neben einer Promotion an der Sorbonne und dem Diplom des Institut National des Sciences Politiques in Paris erwarb er an der Libanesischen Universität Beirut das Diplom für arabische und islamische Studien. Seit 1950 arbeitet er als Journalist, u. a. viele Jahre als Korrespondent in Afrika und Indochina, als Studioleiter in Paris, als Fernsehdirektor des WDR, als Herausgeber des „Stern. Zu seinen größten Erfolgen als Buchautor zählen die Bestseller „Der Tod im Reisfeld (1980), „Der Wahn vom Himmlischen Frieden (1990), „Eine Welt in Auflösung (1993), „Das Schlachtfeld der Zukunft (1996) und „Lügen im Heiligen Land (1998). Mit dem vorliegenden Buch schließt sich thematisch der Kreis zu einem seiner frühen und wichtigsten Werke: „Mord am großen Fluss – Ein Vierteljahrhundert afrikanische Unabhängigkeit (1986).

   
Die apokalyptischen Reiter - Milton William Cooper ist mit diesem Titel der Verbreitung der Verschwörungsthese nicht gerade behilflich. Außerirdische, die Menschen in US-Untergrundbasen kochen, im Blut der Menschen baden und das Menschenfleisch in Dosen verpackt an ihre Heimatplaneten senden sind doch sehr schwer vorstellbar, zumal die im Vergleich eher primitiven Erdenbürger das Klonen schon beherrschen. Die ETs könnten ihren wirtschaftlichen Sachverstand beweisen und anstatt der Fleischdosen die Gentechnik zum Heimatplaneten exportieren.

An alle nicht Eingeweihten! Es handelt sich hier NICHT um ein Science-Fiction-Werk sondern um ein Sachbuch, das laut Verschwörungstheoretiker Jan van Helsing "nur Fakten" enthält. Ein weiterer so genannter Fakt ist, dass alle patriotischen Amerikaner an einem Feiertag in US-Konzentrationslager in Nordamerika verbracht werden. An alle "deutschen Patrioten", schon mal darüber nachgedacht, warum Dachau usw. noch stehen...;) Sicherlich sind auch einige wenige interessante "Fakten" in diesem Buch zu finden, aber der restliche Schwachsinn macht die Glaubwürdigkeit wieder wett.

Dieses Buch ist empfehlenswert für jeden der Weltverschwörungen für Schwachsinn hält, wird er doch von Coopers "Fakten" in seiner Überzeugung bestätigt, diejenigen die sich jedoch um eine nüchterne Auseinandersetzung mit dem Thema bemühen, gerade im Bereich der Geschichtsforschung, in der die vorherrschende Hand, die des Zufalls sein soll, werden herb enttäuscht.

Fazit: So nicht Mister Cooper. Verschwörung hin oder her, aber zwischen Schwachsinn und Wahnsinn scheint kein Grat zu bestehen.